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Die richtige Sanierung

Eine der am meisten gestellten Fragen in meiner wöchentlichen Sprechstunde in der Gemeinde Kaltern lautet: "Wie soll ich mein Haus sanieren?"

Die Sanierung eines bereits bestehenden Gebäudes ist sowohl vom wirtschaftlichen als auch vom umweltschützerischen Standpunkt her gesehen eine sinnvolle Investition. Denn ein verbesserter Wärmeschutz reduziert die Heizkosten, verbessert das Raumklima und ist zugleich durch die Energieeinsparung ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Wann sollte man an eine Sanierung denken?

Wenn ein Gebäude einmal 15 bis 20 Jahre alt ist, sind einzelne Sanierungsmaßnahmen höchstwahrscheinlich erforderlich. Als Faustregel gilt:

Dividieren Sie den jährlichen Energieverbrauch in Kilowattstunden durch die Quadratmeteranzahl der beheizten Fläche. Wenn der Wert größer als 70 KWh/m2 im Jahr ist, sollte eine Wärmedämmung vorgenommen werden.

Eine umfassende Sanierung ist meist die beste Lösung, es können aber auch schrittweise einzelne Maßnahmen gesetzt werden. Auf Grund der raschen Entwicklung bei Baumaterialien und Dämmstandards können auch bei Sanierungen erstaunliche Erfolge erzielt werden. (Nur zur Veranschaulichung: Moderne Niedrigenergiehäuser benötigen zum Beheizen nur mehr ein Drittel der Energie im Vergleich zu einem herkömmliche Gebäude.)

Empfehlenswert bei einer Sanierung ist diese Reihenfolge:

  1. Oberste Geschossdecke dämmen: Diese Maßnahme bringt mit relativ geringen Kosten häufig die größten Einsparungen.
  2. Fenster sanieren: Fenster lassen sich auch mit einfachen Maßnahmen, wie Einstellen der Beschläge oder Erneuerung der Dichtungen, sanieren und ein sofortiger Fensteraustausch ist nicht unbedingt erforderlich. Falls die Fensterrahmen noch in Ordnung sind, können Sie auch nur das Glas gegen eine moderne Wärmeschutzverglasung tauschen.
  3. Kellerdecke von unten dämmen: 10 cm zusätzliche Wärmedämmung der Kellerdecke schafft Abhilfe bei "kalten" Fußböden.
  4. Außenwände dämmen: Idealerweise verbinden Sie eine ohnehin notwendige Fassadenerneuerung mit einer Wärmedämmung der Außenwände.
  5. Warmwasserbereitung im Sommer von der Heizung trennen: Wird das Warmwasser im Sommer mit der Heizungsanlage bereitet, ist der Heizkessel für diesen Zweck in der Regel zu groß dimensioniert. Ein geringer Wirkungsgrad ist die Folge. Idealerweise nutzen Sie Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung im Sommer.
  6. Heizung sanieren: Mit einfachen Maßnahmen lassen sich bei der Heizung Verbesserungen erzielen, wie z.B. Dämmen der Rohrleitungen und Verteilleitungen, Einbau einer modernen Regelung und von Thermostatventilen an den Heizkörpern.

Nach erfolgter Sanierung des Hauses ist der Energiebedarf wesentlich geringer und der Heizkessel meist überdimensioniert. Bei einer Heizungserneuerung sollten Sie die Möglichkeit zum Umstieg auf erneuerbare Energieträger (Förderungen!) in Betracht ziehen.